Archiv der Kategorie: Aktuelles

Ostern

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt. Wir leben tatsächlich von Geschichten, Erzählungen, Worten. Gerade in der heutigen Zeit der sozialen Isolierung spüren viele das Bedürfnis nach mehr. Das ist auch die Botschaft von Ostern – es gibt mehr als den Tod. Es gibt mehr als das Ende einer Geschichte. Es gibt mehr Leben als es den Anschein hat. Die Jüngergemeinschaft war in Auflösung, die Geschichte mit Jesus hatte ein bitteres Ende gefunden, der Tod hatte gewonnen, so sieht es aus am Ostermorgen. Hoffnungslos. In der plötzlichen Begegnung mit dem Auferstandenen beschreiben die Evangelien das Mehr des Ostertages so: Jesus hat die Grenzen gesprengt, die um ihn gezogen wurden. Der Tod besiegt, die Wunden nicht tödlich, der Stein vor dem Grab kein Hindernis und vor allem das Versagen seiner Jünger keine Schande. Er sammelt sie neu und sagt als erstes Wort zu ihnen: Schalom! Friede! Heil! Das ist das Mehr des Ostertages. Das Reich Gottes, von dem Jesus die ganze Zeit gesprochen hat, ist die siegreiche Gnade, die sich nicht mehr aufhalten lässt. In seiner Person ist sie sichtbar geworden und wird auch in jedem österlichen Menschen erscheinen. Frohe Ostern, Ihr Berthold Engels 

Karsamstag

Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag. Aber was ist mit dem Karsamstag? Ist an diesem Tag auch etwas geschehen? Im Glaubensbekenntnis heißt es: „Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes.“

Jesus ist heute hinabgestiegen zu den Toten, hinab, immer weiter hinab.

Es gibt die Bewegung Gottes zu uns, die wie ein Abstieg gedeutet wird.

Sie beginnt mit der Menschwerdung und erreicht den tiefsten Punkt am heutigen Karsamstag. Jesus ist für uns durch die Hölle gegangen. Vielleicht wird gerade durch den eher unbekannten Karsamstag klar, was der Tod Jesu am Tag zuvor bedeutet. Das Leben, das der Herr selber ist, der kommende Aufstieg aus dem Grab hinauf, die Erlösung, das alles wird greifbarer durch das Bild der Höllenfahrt.

Auf ostkirchlichen Ikonen sieht man die zerbrochenen Ketten und aufgesperrten Tore der Unterwelt und den Herrn an der Spitze der befreiten Menschen vorangehen. Das Leben erreicht die Toten und lässt sich nicht mehr aufhalten. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Morgen am Ostertag steigt Christus auf und diese Bewegung vollendet sich nach Pfingsten am Tag der Himmelfahrt.

Wir gehören nicht dem Reich des Todes, sondern sind Kinder des Vaters im Himmel.

Karfreitag

Jeder, der dies jetzt liest, wird sterben. Jeder Mensch, jeder Vogel, jedes Insekt, jedes Lebewesen, in gewisser Weise auch die Dinge, die zerfallen oder vernichtet werden, alles stirbt und vergeht. Geradezu lyrisch sagt es der berühmte Psalm 103, 15: „Wie Gras sind die Tage des Menschen, er blüht wie die Blume des Feldes. Fährt der Wind darüber, ist sie dahin; der Ort, wo sie stand, weiß nichts mehr von ihr.“

Der Mensch weiß davon und versteht doch nichts. Warum sterben wir alle? Wenn schließlich alles nichts ist, warum gibt es dann überhaupt etwas? Für mich lautet die Frage so: Wenn es Gott gibt, wie kann es dann den Tod geben? Gott ist doch der Schöpfer und die Liebe. Indem Gott sich als wirklicher Mensch einreiht in die Geschichte des Todes und der Vernichtung, sein Tod am römischen Folterkreuz brutal und sinnlos gewesen ist, dazu kommen Verrat, Enttäuschung, Hohn und Spott, die ganze menschliche Erbärmlichkeit, ist etwas passiert. Was passiert ist, dazu kommen wir später. Heute ist erst einmal der Tag, an dem Gottes Sohn tödlich verwundet wird. Damals haben die Menschen den Kopf geschüttelt. Das kann kein Gott sein; lächerlich und peinlich. Gott ist groß und gewaltig, aber auf keinen Fall sterblich. Manche sagen, wie kann ich in dieser Welt an einen Gott glauben? Wegen heute, sage ich, wegen Karfreitag. Berthold Engels

Gründonnerstag

Heute ist Gründonnerstag. Jesus hält Mahl mit seinen Jüngern und sagt: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Das wird den Jüngern erst später wieder eingefallen sein, was Jesus überhaupt damit gemeint hat. Die Abwesenheit Gottes (Karfreitag) wird gefüllt mit der Anwesenheit Gottes (Gründonnerstag). In der Mahlgemeinschaft in Brot und Wein wird der Herr gegenwärtig. Es ist auch schon der österliche Herr. Wenn in der Eucharistie gesagt wird: „Geheimnis des Glaubens!“ antworten alle: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Ewigkeit!“

Alle drei Tage gehören natürlich zusammen. Was bedeutet der Gründonnerstag ohne den Karfreitag und ohne Ostern? Wie erträgt man den Karfreitag ohne den Gründonnerstag? Und Ostern hinge in der Luft ohne den Karfreitag und Gründonnerstag. Tut dies zu meinem Gedächtnis ist mehr als ein Gedenken. Ohne die Feier der Eucharistie, die aus dem heutigen Tag hervorgeht, wären wir ohne jeglichen Raum und Zeit, dem österlichen Herrn zu begegnen.

Gedächtnis heißt Vergegenwärtigung, lebendige Erinnerung, denn wo zwei oder drei sich in Seinem Namen versammeln, da ist der Herr ich mitten unter uns. Ohne dem Herrn so nahe sein zu können, ist eine schmerzliche Erfahrung in diesen Tagen. Ihr Berthold Engels

Ein Wort zum Virus

Liebe Gemeinde,

das Virus kennt keine Katholiken, Blumenverkäufer, Lehrer, Krankenschwestern oder Kinder zuhause, es macht alle gleich und das öffentliche und private Leben wirken wie eingefroren. Für unsere Gemeinde ist es bitter, weil es keine Gottesdienste mehr gibt, die Pfarrheime geschlossen sind und alle Aktivitäten ruhen. Die Firmung ist ausgefallen, die Erstkommunion in Keppeln am Weißen Sonntag abgesagt und das wichtigste Fest der Christen, Ostern, können wir nicht gemeinsam feiern. Da sind wir mit allen anderen in einem Boot, die ebenfalls abgeschnitten sind von der Kraft des Zusammenseins. Auf der anderen Seite spüren wir einmal, was wir wirklich vermissen und brauchen. Was uns wirklich fehlt, das ist nicht unbedingt Klopapier, sondern sind die anderen. Hier zeigt sich, wer wirklich die Kirche ist, wir selbst. Den Geist hat niemand für sich allein, sondern nur die Gemeinschaft. Deswegen feier ich auch nicht die Messe allein in der Kirche vor leeren Bänken oder einer Videokamera. Die Kinder, die sich auf die Erstkommunion vorbereiten, haben gelernt, dass Kommunion übersetzt Gemeinschaft heißt. Und gerade die Kommunion, mit der wir auch den Empfang und die Gemeinschaft mit Christus bezeichnen, empfange ich dann etwa für mich allein in der abgeschlossenen Kirche? Nein. Das Virus kennt auch keine Priester, es macht uns alle gleich und lässt auch mich erfahren, wie sehr ich die Eucharistie vermisse als meine Lebensquelle mit allen, die kommen. Eucharistie geht nicht allein. Ihnen allen Geduld und Gottes Segen, Ihr Berthold Engels

Mitteilung des Interventionsbeauftragten des Bistums Münster

 
Sehr geehrte Gemeindemitglieder!
 
Sexueller Missbrauch ist seit Jahren, auch und gerade im kirchlichen Bereich, immer wieder Gegenstand von Berichterstattungen. In den letzten Monaten sind mehrfach Fälle im Bistum Münster bekannt geworden, bei denen es um Missbrauch durch verstorbene oder auch noch lebende Kleriker ging.
Auch unsere Pfarrei bleibt leider von diesem Thema nicht verschont.
 
Der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster hat uns am 10./12. März 2020 darüber unterrichtet, dass der in unserer Pfarrei tätig gewesene und mittlerweile verstorbene Priester F. G. (verstorben am 17. November 2008) beim Bistum als Missbrauchstäter bekannt ist. Aus rechtlichen Gründen können wir den Namen des Priester nicht vollständig nennen.
 
F.G. war in der Zeit von 1964 bis 1967 in St. Laurentius hier in Uedem als Kaplan eingesetzt 
 
Es liegen dem Bistum entsprechende Missbrauchshinweise vor, und den Berichten der Betroffenen ist zu glauben. Zu den Tatorten und der Anzahl der Betroffenen, die sich bisher gemeldet haben, kann das Bistum aus rechtlichen Gründen und Aspekten des Persönlichkeitsrechtes keine Angaben machen.
Angeregt durch den Hinweis einer betroffenen Person wird nun dieser Sachverhalt in allen Gemeinden des Bistums, in denen F.G. tätig gewesen ist, an diesem Wochenende bekannt gegeben.
 
Bitte respektieren Sie alle, wenn sich mögliche weitere Betroffene von sexuellem Missbrauch, die es vielleicht auch in unserer Gemeinde gibt, nicht öffentlich melden werden und können. 
Für betroffene Personen bieten wir an, das sich diese gerne bei mir (Tel: 423 oder per Mail an: engels-b@bistum-muenster.de)  bzw. der Präventionsfachkraft unserer Kirchengemeinde, Frau Anne Broeckmann (Tel. 10205 oder per Mai an: a.broeckmann@freenet.de) melden können. 
 
Selbstverständlich können sich Betroffene auch unmittelbar an die Ansprechpersonen des Bistums wenden. Die Kontaktdaten finden Sie auf der Internetseite des Bistums und dem Button: Hilfe bei Missbrauch https://www.bistum-muenster.de/sexueller_missbrauch/
 
Wir sind traurig über jeden Fall, der hier möglicherweise vorgefallen ist und bedauern es sehr, dass Menschen im kirchlichen Kontext Betroffene derartiger Handlungen geworden sind.
 
Berthold Engels, Pfr.
 
 
Die Einsatzorte des Priesters:
 
1958
Vertretung in Gronau (Epe), Ahlen und Ahaus (Alstätte)
Kaplan in Rheine, St. Liudger
 
1960
Kaplan in Herten (Disteln), St. Joseph
 
1962
Kaplan in Velen (Ramsdorf), St. Walburga
 
1964
Kaplan in Uedem, St. Laurentius
 
1967
Aushilfe in Südlohn (Oeding), St. Jakobus
Aushilfe in Oelde, St. Josef
 
1971
Vikarius Cooperator mit dem Titel  (m. d. T.) Pfarrer in Münster, Herz Jesu
 
1976
Rektoratsverwalter m. d. T. Pfarrer in Greven (Schmedehausen), Hl. Schutzengel
 
1982
desgl. in Coesfeld (Goxel), Herz Jesu
 
1987
Vicarius Cooperator m. d. T. Pfarrer in Horstmar, St. Gertrudis
 
1988
Hausgeistlicher im Altenheim Haus Maria Regina in Wadersloh (Diestedde)
 
1995
Pfarrer i.R. in Brakel (Bellersen) – Paderborn
 
 
 

Der Stimmungstöter

Gedanken zu Palmsonntag von Pfarrer Berthold Engels

Der Palmsonntag ist schwierig. Zuerst ist alles so fröhlich, es gibt Kinder, die mit Palmstöcken da sind, schön geschmückt mit einem gebackenen Palmvogel und bunten Bändern in den Buchsbaumzweigen. Jesus zieht in Jerusalem ein. Hosianna. Viele Gemeinden treffen sich draußen und ziehen zusammen in die Kirche hinein. Manchmal hat das etwas von einem Kindergeburtstag, weil die Kinder vorne mit den Palmstöcken Jesus zujubeln dürfen und vielleicht hat jemand sogar einen Esel organisiert, der mitzieht. Ich meine einen echten Esel, nicht den Pfarrer, weil Jesus auf diesem friedlichen Tier in Jerusalem hineingeritten ist. Das Pferd steht mehr für den Krieg, die Kavallerie, vor dem Streitwagen stehen Pferde und nicht Esel.

Alles wunderbar bis auf einmal in der Messe die Leidensgeschichte vorgetragen wird. Haben Sie das auch schon einmal erlebt? Der Stimmungstöter schlechthin. Die Kinder sind genervt, weil der Text so lange dauert, gerade erst ist Jesus in Jerusalem eingezogen und jetzt schon tot. Was soll das? Warum diese kalte Dusche? Einfach deswegen, weil wir wissen, wie die Geschichte zu Ende geht. Dieselben, die Jesus zugejubelt haben, haben wenig später vielleicht gerufen, kreuzige ihn! Das Hosianna hat nicht lange gehalten. Heute gehörst du dazu, morgen bist du schon wieder draußen. So schnell ändert sich die Stimmung, so schnell ändern sich die Menschen? Palmsonntag ist doch kein Kindergeburtstag.

Jesus erfährt das, was viele Menschen erleben. Auf die Stimmung der Masse ist kein Verlass. Wenn Sie die Geschichte weiterlesen, hauen später auch noch seine Jünger ab. Es geht soweit, dass Jesus am Kreuz die Frage stellt, warum selbst Gott ihn verlassen hat? Das ist der Tiefpunkt. Um Ostern zu bezeugen, dass Gott ihn dennoch nicht verlassen hat, musste Jesus den Tiefpunkt durchleben. Aber das ist noch einmal eine andere Geschichte.

Gehen Sie die Geschichte in den nächsten Tagen mit?

Firmung 2019

Am 24. Februar 2019 kam Weihbischof Rolf Lohmann nach Uedem und spendete 34 jungen Menschen unserer Gemeinde das Saktrament der Firmung.

Die Firmlinge haben sich in den letzten Wochen und Monaten auf den Empfang des Sakramentes der Firmung vorbereitet. Unter anderem mit einem Wochenende auf der Jugendburg Gemen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei unserem Weihbischof Rolf Lohmann, unserem Pfarrer Berthold Engels und allen, die an der Gestaltung des Festgottesdienstes und der Firmvorbereitung beteiligt waren. 

Unseren Firmlingen wünschen wir für den weiteren Lebensweg Gottes Segen.

24.02.2019 Firmlinge mit Weihbischof Rolf Lohmann
24.02.2019 Firmung mit Weihbischof Rolf Lohmann