Kategorie-Archiv: Aktuelles

Der Fromme von morgen …

„Der Fromme von morgen wird ein ‚Mystiker‘ sein, einer, der etwas ‚erfahren‘ hat, oder er wird nicht mehr sein, weil die Frömmigkeit von morgen nicht mehr durch die im voraus zu einer personalen Erfahrung und Entscheidung einstimmige, selbstverständliche öffentliche Überzeugung und religiöse Sitte aller mitgetragen wird, die bisher übliche religiöse Erziehung also nur noch eine sehr sekundäre Dressur für das religiöse Institutionelle sein kann. Die Mystagogie muß von der angenommenen Erfahrung der Verwiesenheit des Menschen auf Gott hin das richtige ‚Gottesbild‘ vermitteln, die Erfahrung, daß des Menschen Grund der Abgrund ist: daß Gott wesentlich der Unbegreifliche ist; daß seine Unbegreiflichkeit wächst und nicht abnimmt, je richtiger Gott verstanden wird, je näher uns seine ihn selbst mitteilende Liebe kommt.“

Das schreibt Karl Rahner schon 1971. Wer das Zitat noch nicht ganz verstanden hat, der kann es auch aufdröseln. Christ wird nur noch der sein, der etwas erfahren hat, weil eine einstimmige, selbstverständliche und öffentliche Überzeugung aller (Stichwort Volkskirche) nicht mehr gegeben ist. Die religiöse Erziehung ist heute zu einer Art Dressur verkümmert, wie man sich in der Kirche oder zu bestimmten Anlässen äußerlich benimmt (das meint Rahner mit der Dressur für das religiös Institutionelle). Rahner geht es um die Erfahrung Gottes, was mehr ist als Benimmregeln oder religiöses Brauchtum. Denn das hat für Rahner keine Zukunft. Welcher Gott soll denn verkündet und noch besser erfahren werden? Welches „Gottesbild“? Hier sagt Rahner am Ende des Zitats: Gott ist wesentlich der Unbegreifliche. Und Gottes Unbegreiflichkeit, Unerklärlichkeit, Unverständlichkeit wächst auch noch, je näher seine Liebe zu uns kommt. Gott ist wesentlich Geheimnis. Wer das nicht erfährt, so Karl Rahner, wird kein Christ bleiben. Oder noch einmal im Originalton:„Der Fromme von morgen wird ein ‚Mystiker‘ sein, einer, der etwas ‚erfahren‘ hat, oder er wird nicht mehr sein …“

Franziskusfigur

Franziskus – wer ist das für uns?

Seit dem Jahr 2004 ist der heilige Franz von Assisi unser Pfarrpatron, und als im Jahr 2013 der neue Papst sich den gleichen Namen gab, Franziskus, ist überall auf der Welt noch einmal die Person des Heiligen aus dem 13. Jahrhundert um so interessanter geworden. Es lohnt sich, Franziskus kennenzulernen, gerade auch, weil er unser Patron ist. Franziskus ist mit dem goldenen Löffel im Mund geboren worden, später als junger Mann auf der Suche nach sich selbst, will er Ritter werden, kommt für ein Jahr in Gefangenschaft, durchleidet eine Krise und beginnt ein neues Leben. Er wird von seinem Vater enterbt und sucht bewusst die Armut als seine neue Lebensidee. Arm werden für Christus, nichts soll zwischen Christus und ihm treten, das sucht Franziskus in einer Radikalität, die für seine Zeit beispiellos ist.

Was bedeutet Armut in einer der reichsten Kirchen der Welt? Was möchte der Heilige Franz uns in Uedem, Keppeln und Uedemerbruch mitteilen? Interessieren wir uns für unseren Patron oder bleibt er eher ein frommes Maskottchen? Seit einiger Zeit schon ist die Idee da, Franziskus für uns sichtbar zu machen. Wo könnten wir diesen unbequemen Heiligen treffen? Wo könnten wir diesem sympathischen Mann begegnen? Der Bocholter Künstler Jürgen Ebert steht seit ein paar Monaten unserer Gemeinde zur Seite, um Franziskus im Hauptportal der Uedemer Kirche als Figur darzustellen. Ich hoffe, Franziskus wird eines Tages tatsächlich dort stehen. Noch ist es eine Idee, aber es geht darum, ob wir mehr wollen, ob wir etwas dafür tun, ob gespendet wird als Zeichen der Unterstützung und es unser Franziskus wird. Ich wünsche mir für unsere Gemeinde, dass wir uns unserem Patron stetig nähern und am Ende des Weges Franziskus tatsächlich für uns am Eingang der Kirche steht. Berthold Engels, Pfr.

Vortrag über die Laurentiuskirche!

Uedem
Vortrag über die Uedemer Laurentiuskirche
Marco Kieser vom LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland berichtet im Bürgerhaus über das Denkmal.
Am kommenden Dienstag, 23. Februar, referiert Marco Kieser über das Baudenkmal Laurentiuskirche.

Das heutige Kirchengebäude von St.-Laurentius, Hauptpfarrkirche im Ortskern von Uedem, wurde 1960 errichtet. Es handelt sich um einen Neubau, der aber Westtürme und Apsis der im Krieg zerstörten Vorgängerkirche aus dem Jahr 1890 mit einbezieht. 2015 wurde St.-Laurentius von der Gemeinde Uedem als Baudenkmal in die Denkmalliste eingetragen. Voraus gingen einige Diskussionen: Ist solch ein „junges“ Gebäude tatsächlich bereits „historisch“ und kann ein Baudenkmal sein? Was sind seine architektonischen Qualitäten? Wer war sein Architekt Denis Boniver? Und warum hat man nach dem Zweiten Weltkrieg die alte Kirche nicht wiederaufgebaut?

Kieser ist wissenschaftlicher Referent im LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr im Bürgerhaus und ist kostenlos. Der Vortrag erfolgt zum 1150 jährigen Jubiläum der Ersterwähnung Uedems in Kooperation zwischen Volkshochschule Goch-Uedem und dem Heimat- und Verkehrsverein Uedem.

Quelle: RP

Aschermittwoch und das Aschenkreuz

Das Aschenkreuz steht am Anfang der 40 Tage, die zum Osterfest führen. Am Beginn dieses Weges sehen wir der Realität unseres Lebens ins Auge und diese Realität zeigt uns unsere Grenzen auf. Die Lebenszeit vergeht oder wie es im Psalm heisst, der Mensch ist wie eine Blume, sie blüht und verwelkt und der Ort, wo sie stand, weiß von ihr nichts mehr. Traurige Wahrheit, schmeckt bitter und ist dennoch wahr. Dafür steht die Asche. Sie ist das Zeichen der Vergänglichkeit. Erst wenn wir bestimmte Dinge annehmen, werden wir auch in der Lage sein, sie zu verändern. Was ich angenommen habe, kann ich auch ändern. Was ich ignoriere oder verdränge, kann ich kaum ändern. Ich schiebe es ja weg oder sehe erst gar nicht hin. Es ist aber deswegen nicht verschwunden. Mit dem Aschenkreuz stelle ich mich meinem Menschsein, aber nicht in einem Akt der Verzweiflung oder der Ausweglosigkeit, sondern in einem ersten Schritt auf das Fest des Lebens zu. Ostern ist das Ziel und Ostern heisst Leben. Wenn ich all das Tote in mir dem lebendigen Gott hinhalte, wenn ich meine Fehler sehe und dazu stehe, wenn ich schwach sein darf und an meine Grenzen komme, dann wird an mir das Kreuz sichtbar, das Jesus auch trug, um es zum Siegeszeichen zu machen. Das ist paradox. Das Kreuz ist ein hässliches Zeichen, aber Jesus hat es getragen und überwunden. Wenn wir heute eingeladen sind, das Aschenkreuz auf unserer Stirn zu tragen, dann deswegen, um wieder lebendiger zu werden. Gott will nicht den Tod des Menschen, sondern dass er umkehrt und lebt. Damit beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch. Lassen wir uns heute damit segnen, um immer näher zum Osterfest zu kommen.

Alle Heiligen – Allerheiligen

Das Fest „Alle Heiligen“ nimmt nicht nur einen besonderen Heiligen in den Blick, sondern gleich alle. Alle Heiligen kennt niemand, denn es sind alle gemeint, die sich auf den Weg hin zu Gott gemacht, die voll Liebe Christus bezeugt haben und die in der Liebe Gottes aufstrahlen. Ein schönes Bild im trüben November, wenn es schon dunkel geworden ist, dass die Heiligen uns das Licht bringen. St. Martin passt sehr gut dazu, wenn die Kinder das Licht mit ihren Laternen in die Dunkelheit tragen und alles hell wird. So sind die Heiligen, sie bringen das Licht der Liebe Gottes und machen hell. Daher steckt in diesem Fest auch eine Aufforderung, selbst heilig zu werden, sich heiligen zu lassen und die Liebe Gottes zu bezeugen. Wir können auch Laternen sein, heil werden und Heil bringen, und liebender und gütiger werden. Es gibt dazu jeden Tag mehr als nur eine Möglichkeit dazu. Allerheiligen ist nicht ein Totenfest auf dem Friedhof in der Dunkelheit, sondern das Fest aller Heiligen, die uns zurufen, was Jesus über sich selbst gesagt hat: Ich bin das Licht der Welt! Komm, stell dich in sein Licht und werde es gleichzeitig!

Komm, Schöpfer Geist

1. Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Kinder dein:
Die deine Macht erschaffen hat,
erfülle nun mit deiner Gnad.

2. Der du der Tröster wirst genannt,
vom höchsten Gott ein Gnadenpfand,
du Lebensbrunn, Licht, Lieb und Glut,
der Seele Salbung, höchstes Gut.

3. O Schatz, der siebenfältig ziert,
o Finger Gottes, der uns führt,
Geschenk, vom Vater zugesagt,
du, der die Zungen reden macht.

4. Zünd an in uns des Lichtes Schein,
gieß Liebe in die Herzen ein,
stärk unsres Leibs Gebrechlichkeit
mit deiner Kraft zu jeder Zeit.

5. Treib weit von uns des Feinds Gewalt,
in deinem Frieden uns erhalt,
dass wir, geführt von deinem Licht,
in Sünd und Elend fallen nicht.

6. Gib, dass durch dich den Vater wir
und auch den Sohn erkennen hier
und dass als Geist von beiden dich
wir allzeit glauben festiglich.

7b. Dem Vater Lob im höchsten Thron
und seinem auferstandnen Sohn,
dem Tröster auch sei Lob geweiht
jetzt und in alle Ewigkeit.

Renovierungsarbeiten im Uedemer Pfarrheim

Renovierungsarbeiten im Uedemer Pfarrheim

Die Renovierungsarbeiten im Uedemer Pfarrheim schreiten gut voran und es ist bereits einiges fertig gestellt worden. Direkt im Eingangsbereich wurde eine behindertengerechte Toilette eingebaut, die Toiletten unten sind alle rundum erneuert worden und nun kommt noch der große Saal an die Reihe. Die Fenster, die Decke, der Fußboden und die Beleuchtung werden im großen Saal erneuert ; wenn alles abgeschlossen sein wird, wird man den Saal nicht mehr wiedererkennen. Allerdings kann bis auf weiteres der Saal nicht benutzt werden und das Pfarrheim muss geschlossen bleiben. Die Arbeiten sollen so zügig wie möglich abgeschlossen werden, so dass die Benutzung unseres Pfarrheims so schnell wie möglich wieder gewährleistet wird. Zur Verabschiedung von Herrn Feldmann am Sonntag, 21. Juni 2015, werden wir aber sicherlich im Uedemer Pfarrheim sein.
Berthold Engels, Pfr.

Das Testament des hl. Franziskus

Das Testament

1. So hat der Herr mir, dem Bruder Franziskus, gegeben, das Leben der Buße zu beginnen: Denn als ich in Sünden war, kam es mir sehr bitter vor, Aussätzige zu sehen.

2. Und der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen.

3. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt. Und danach hielt ich eine Weile inne und verließ die Welt.

4. Und der Herr gab mir in den Kirchen einen solchen Glauben, dass ich in Einfalt so betete und sprach:

5. „Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, – auch in allen deinen Kirchen, die in der ganzen Welt sind, – und preisen dich, weil du durch dein heiliges Kreuz die Welt erlöst hast.“

6. Danach gab und gibt mir der Herr einen so großen Glauben zu den Priestern, die nach der Vorschrift der heiligen Römischen Kirche leben, wegen ihrer Weihe, dass ich, wenn sie mich verfolgen würden, bei ihnen Zuflucht suchen will.

7. Und wenn ich so große Weisheit hätte, wie Salomon sie gehabt hat, und fände armselige Priester dieser Welt – in den Pfarreien, wo sie weilen, will ich nicht gegen ihren Willen predigen.

8. Und diese und alle anderen will ich fürchten, lieben und ehren wie meine Herren.

9. Und ich will in ihnen die Sünde nicht sehen, weil ich den Sohn Gottes in ihnen unterscheide und sie meine Herren sind.

10. Und deswegen tue ich das, weil ich materiell von ihm, dem höchsten Sohn Gottes, in dieser Welt nichts sehe als seinen heiligsten Leib und sein heiligstes Blut, das sie selbst empfangen und sie allein den anderen darreichen.

11. Und diese heiligsten Geheimnisse will ich über alles hoch geachtet, verehrt und an kostbaren Stellen aufbewahrt wissen.

12. Die heiligsten Namen und seine geschriebenen Worte will ich, wo immer ich sie an unpassenden Stellen finden werde, auflesen und bitte, dass sie aufgelesen und an einen ehrbaren Ort hingelegt werden.

13. Und alle Gottesgelehrten und die Gottes heiligste Worte mitteilen, müssen wir hoch achten und ehren als solche, die uns Geist und Leben mitteilen (vgl. Joh 6,64).

14. Und nachdem mir der Herr Brüder gegeben hatte, zeigte mir niemand, was ich tun sollte, sondern der Höchste selbst hat mir geoffenbart, dass ich nach der Form des heiligen Evangeliums leben sollte.

15. Und ich habe es mit wenigen Worten und in Einfalt schreiben lassen, und der Herr Papst hat es mir bestätigt.

16. Und jene, die kamen, Leben zu empfangen, gaben „alles, was sie haben mochten“ (Tob 1,3), den Armen. Und sie waren zufrieden mit einem Habit, innen und außen geflickt, samt Gürtelstrick und Hosen.

17. Und mehr wollten wir nicht haben.

18. Das Offizium sprachen wir Kleriker wie andere Kleriker, die Laien sprachen Vaterunser. Und sehr gern blieben wir in den Kirchen.

19. Und wir waren ungebildet und allen untertan.

20. Und ich arbeitete mit meinen Händen und will arbeiten; und es ist mein fester Wille, dass alle anderen Brüder eine Handarbeit verrichten, die ehrbar ist.

21. Die es nicht können, sollen es lernen, nicht aus dem Verlangen, Lohn für die Arbeit zu erhalten, sondern um ein Beispiel zu geben wegen und den Müßiggang zu vertreiben.

22. Und wenn uns einmal der Arbeitslohn nicht gegeben würde, so wollten wir zum Tisch des Herrn Zuflucht nehmen und Almosen erbitten von Tür zur Tür.

23. Als Gruß, so hat mir der Herr geoffenbart, sollten wir sagen: „Der Herr gebe dir den Frieden!“

24. Hüten sollen sich die Brüder, dass sie Kirchen, ärmliche Wohnungen und alles, was für sie gebaut wird, keinesfalls annehmen, wenn sie nicht sind, wie es der heiligen Armut entspricht, die wir in der Regel versprochen haben; sie sollen dort immer herbergen wie Pilger und Fremdlinge (vgl. 1 Petr 2,11).

25. Ich befehle streng im Gehorsam allen Brüdern, wo sie auch sind, ja nicht zu wagen, irgendeinen Brief bei der römischen Kurie zu erbitten, weder selbst noch durch eine Mittelsperson, weder für eine Kirche noch sonst für einen Ort, weder unter dem Vorwand der Predigt noch wegen leiblicher Verfolgung;

26. sondern, wo immer man sie nicht aufnimmt, sollen sie in ein anderes Land fliehen, um mit dem Segen Gottes Buße zu tun.

27. Und fest will ich dem Generalminister dieser Brüderschaft gehorchen oder sonst dem Guardian, den er mir nach seinem Ermessen gibt.

28. Und ich will so gefangen sein in seinen Händen, dass ich nicht gehen noch handeln kann gegen den Gehorsam und seinen Willen, weil er mein Herr ist.

29. Und obwohl ich einfältig und krank bin, will ich doch immer einen Kleriker haben, der mit mir das Offizium betet, wie es in der Regel steht.

30. Und alle anderen Brüder sollen gehalten sein, ebenso ihren Guardianen zu gehorchen und das Offizium der Regel gemäß zu halten.

31. Und sollten sich solche finden, dass sie das Offizium nicht der Regel gemäß hielten und durch eine andere Art abändern wollten oder nicht katholisch wären – alle Brüder, wo sie auch sind, sollen im Gehorsam verpflichtet sein, einen solchen, wo sie ihn auch finden, dem nächsten Kustos jenes Ortes, wo sie ihn gefunden haben, vorzuführen.

32. Und der Kustos sei streng im Gehorsam verpflichtet, ihn bei Tag und bei Nacht wie einen Gefangenen scharf zu bewachen, so dass er seinen Händen nicht entrissen werden kann, bis er ihn in eigener Person den Händen seines Ministers übergibt.

33. Und der Minister sei streng im Gehorsam verpflichtet, ihn durch solche Brüder zu schicken, dass sie ihn bei Tag und Nacht wie einen Gefangenen bewachen, bis sie ihn vor den Herrn von Ostia geführt haben, welcher der Herr, Beschützer und Verbesserer der ganzen Brüderschaft ist.

34. Und die Brüder sollen nicht sagen: Dies ist eine andere Regel; denn dies ist eine Erinnerung, Ermahnung, Aufmunterung und mein Testament, das ich, der ganz kleine Bruder Franziskus, euch, meinen gebenedeiten Brüdern, aus dem Grunde mache, damit wir die Regel, die wir dem Herrn versprochen haben, besser katholisch beobachten.

35. Und der Generalminister und alle anderen Minister und Kustoden seien im Gehorsam gehalten, zu diesen Worten nichts hinzuzufügen oder wegzunehmen.

36. Und immer sollen sie dieses Schriftstück bei sich haben neben der Regel.

37. Und auf allen Kapiteln, die sie halten, sollen sie auch diese Worte lesen, wenn sie die Regel lesen.

38. Und allen meinen Brüdern, Klerikern und Laien, befehle ich streng im Gehorsam, dass sie keine Erklärungen zur Regel und auch nicht zu diesen Worten hinzufügen, indem sie sagen: So wollen sie verstanden werden.

39. Sondern wie mir der Herr gegeben hat, einfältig und lauter die Regel und diese Worte zu sagen und zu schreiben, so sollt ihr sie einfältig und ohne Erklärung verstehen und mit heiligem Wirken bis ans Ende beobachten.

40. Und wer immer dieses beobachtet, werde im Himmel erfüllt mit dem Segen des höchsten Vaters und werde auf Erden erfüllt mit dem Segen seines geliebten Sohnes in Gemeinschaft mit dem Heiligsten Geiste, dem Tröster, und allen Kräften des Himmels und allen Heiligen.

41. Und ich, der ganz kleine Bruder Franziskus, euer Knecht, bestätige euch, soviel ich nur kann, innen und außen diesen heiligsten Segen.