Archiv der Kategorie: Aktuelles

Danke!

Liebe Gemeinde, ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die das Fronleichnamsfest und mein Jubiläum so schön und herzlich miteinander verbunden haben. Als die Kindergartenkinder an der ersten Station eine Sonne aus Papier mit Blumen geschmückt haben, kam die echte Sonne tatsächlich genau in diesem Augenblick zum Vorschein. Das Evangelium an diesem Platz lautete, wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, kommt ihr nicht in das Reich Gottes. Das kindliche Vertrauen, dass ich geliebt und geborgen bin, erfüllt den glaubenden Menschen mit innerer Freude. Ich fand, dass die Prozession und die anschließende Feier im Pfarrheim von dieser Freude geprägt war und bin dafür sehr dankbar. Die vielen Glückwünsche, Gespräche und Zeichen der Wertschätzung haben mich sehr berührt. Herzlichen Dank dafür! Ihr Pastor Berthold Engels

Ostergruß von Pfarrer Berthold Engels und Pater Varghese

Liebe Gemeinde,

wer sein Leben retten will, der wird es verlieren, sagt Jesus im Evangelium. Wir verstehen den Sinn so, dass der Mensch, dem es nur um seine eigene Haut geht, am Ende alleine dasteht. Er mag zwar alles erreicht haben, ein Siegertyp geworden sein und oben stehen, aber was wird es ihm nützen? Wer allein sich selbst leben will, der muss oft genug über Leichen gehen. Nach oben buckeln und nach unten treten. Das Streben nach absoluter Macht ist oft verbunden mit Lüge, Diebstahl, Unterdrückung und Verrat.

Im Umfeld von Jesus mit Petrus, Judas, Herodes, Pilatus und der Tempelaristrokratie können wir das alles miterleben – wer rettet seine eigene Haut, wer setzt sich durch, wer täuscht wen und wer gewinnt schließlich? Jesus nicht. Er stirbt. Er stirbt mit allen, die in dieser Welt genauso unter die Räder kommen.

In Uedem erinnern fast 30 Stolpersteine an die ermordeten Juden und andere ermordete Bürger aus der Zeit des Nationalsozialismus. Wenn man an alle erinnern wollte, die erniedrigt, ermordet und entmenschlicht wurden, könnte man alle Straßen und Wege von Uedem, Keppeln und Uedemerbruch damit doppelt und dreifach pflastern.

Wer nur sich selbst sieht, bleibt für sich selbst, er steht am Ende ohne Gott da. Wäre Jesus ohne Gott gewesen, wäre er im Grab geblieben. Ostern ist das Fest der Verlierer. Aber Gott steht auf der Seite der Verlierer und macht sie so zu Gewinnern. Wer aber Gott gewonnen hat, der hat alles gewonnen.

Wir wünschen Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest.

Ihr Pastor Berthold Engels und Pater Vargehse

Der Stimmungstöter

Gedanken zu Palmsonntag von Pfarrer Berthold Engels

Der Palmsonntag ist schwierig. Zuerst ist alles so fröhlich, es gibt Kinder, die mit Palmstöcken da sind, schön geschmückt mit einem gebackenen Palmvogel und bunten Bändern in den Buchsbaumzweigen. Jesus zieht in Jerusalem ein. Hosianna. Viele Gemeinden treffen sich draußen und ziehen zusammen in die Kirche hinein. Manchmal hat das etwas von einem Kindergeburtstag, weil die Kinder vorne mit den Palmstöcken Jesus zujubeln dürfen und vielleicht hat jemand sogar einen Esel organisiert, der mitzieht. Ich meine einen echten Esel, nicht den Pfarrer, weil Jesus auf diesem friedlichen Tier in Jerusalem hineingeritten ist. Das Pferd steht mehr für den Krieg, die Kavallerie, vor dem Streitwagen stehen Pferde und nicht Esel.

Alles wunderbar bis auf einmal in der Messe die Leidensgeschichte vorgetragen wird. Haben Sie das auch schon einmal erlebt? Der Stimmungstöter schlechthin. Die Kinder sind genervt, weil der Text so lange dauert, gerade erst ist Jesus in Jerusalem eingezogen und jetzt schon tot. Was soll das? Warum diese kalte Dusche? Einfach deswegen, weil wir wissen, wie die Geschichte zu Ende geht. Dieselben, die Jesus zugejubelt haben, haben wenig später vielleicht gerufen, kreuzige ihn! Das Hosianna hat nicht lange gehalten. Heute gehörst du dazu, morgen bist du schon wieder draußen. So schnell ändert sich die Stimmung, so schnell ändern sich die Menschen? Palmsonntag ist doch kein Kindergeburtstag.

Jesus erfährt das, was viele Menschen erleben. Auf die Stimmung der Masse ist kein Verlass. Wenn Sie die Geschichte weiterlesen, hauen später auch noch seine Jünger ab. Es geht soweit, dass Jesus am Kreuz die Frage stellt, warum selbst Gott ihn verlassen hat? Das ist der Tiefpunkt. Um Ostern zu bezeugen, dass Gott ihn dennoch nicht verlassen hat, musste Jesus den Tiefpunkt durchleben. Aber das ist noch einmal eine andere Geschichte.

Gehen Sie die Geschichte in den nächsten Tagen mit?

Caritaskonferenz St. Laurentius Uedem sagt DANKE


hinsehen  –  hingehen  – Hilfe anbieten oder vermitteln

D A N K E

sagen wir – die Caritaskonferenz Uedem – allen, die uns bei der Advents-Haussammlung finanziell unterstützt haben.

Durch diese Spenden konnten und können wir vielen Menschen in unserer Gemeinde Hilfe und  Freude schenken.

Finanziert werden u.a. unsere Besuche bei alten und kranken Menschen, zu Geburtstagen, Weihnachten, Ostern, bei trauernden Angehörigen,

die vielen kleinen und größeren Aktivitäten im Laurentiushaus und der Krankenhausbesuchsdienst.

Es war uns außerdem möglich, größere Spendenbeiträge zu überreichen. Zum Beispiel:

  • an die Übermittag-Betreuung in der Hanns-Dieter-Hüsch-Schule, wodurch Kindern eine warme Mahlzeit ermöglicht wird.
  • dem Laurentiushaus für besondere Förderungsmöglichkeiten.
  • im Bereich der Musik.
  • für Ferienmaßnahmen, damit auch Kinder dabei sein können, deren Eltern den Teilnehmerbetrag  nicht aufbringen können.
  • und der Initiative ‚Weihnachten nicht allein ‚.

Wir garantieren, dass alle Spendengelder grundsätzlich in unserer Gemeinde bleiben.

Unser besonderer Dank gilt aber auch den Sammlerinnen, für die vielen Wege, die nicht immer leicht sind.

Eine Einladung an Sie:

Helfen Sie mit – unterstützen Sie die Arbeit der Caritaskonferenz!

Kontakt: Pfarrbüro St. Franziskus, Uedem, Agathawall 12,  Tel. 423

Durch außergewöhnliche Spenden konnten wir besondere Projekte unterstützen:

  • Spende an den Kindergarten ‚Kunterbunt’ für die Anschaffung einer ‚Sandkiste’
  • an den Franziskus-Kindergarten für die Anschaffung von Kühlschränken
  • und an das Jugendorchester.

Firmung 2019

Am 24. Februar 2019 kam Weihbischof Rolf Lohmann nach Uedem und spendete 34 jungen Menschen unserer Gemeinde das Saktrament der Firmung.

Die Firmlinge haben sich in den letzten Wochen und Monaten auf den Empfang des Sakramentes der Firmung vorbereitet. Unter anderem mit einem Wochenende auf der Jugendburg Gemen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei unserem Weihbischof Rolf Lohmann, unserem Pfarrer Berthold Engels und allen, die an der Gestaltung des Festgottesdienstes und der Firmvorbereitung beteiligt waren. 

Unseren Firmlingen wünschen wir für den weiteren Lebensweg Gottes Segen.

24.02.2019 Firmlinge mit Weihbischof Rolf Lohmann
24.02.2019 Firmung mit Weihbischof Rolf Lohmann

Advent 2018

Wer am kommenden Sonntag in die Kirche geht, erlebt den Advent, der einen ganz anderen Charakter hat als man es vielleicht erwartet. Die liturgische Farbe ist violett so wie in der Fastenzeit vor Ostern. Das Evangelium zum 1. Advent ist Lukas, Kapitel 21, das Ende der Welt, wenn Christus wiederkommt.

Alles in allem ist der Advent eine Zeit der Umkehr und der Ausrichtung auf Christus, der mir entgegengeht. Kann Christus bei mir ankommen? Bin ich innerlich wach und aufmerksam? Suche ich Gott überall?      

Es gibt eine passende Geschichte dazu. Rabbi Baruchs Enkel, er hieß Jechiel, spielte einst mit einem anderen Jungen Verstecken. Er versteckte sich gut und wartete, dass der andere ihn suchte. Als er lange gewartet hatte, kam er aus seinem Versteck; aber der andere Junge war nirgends zu sehen.  Nun merkte Jechiel, dass er ihn von Anfang an nicht gesucht hatte. Darüber musste er weinen und kam weinend in die Stube seines Großvaters gelaufen. Er beklagte sich über den Spielkameraden. Da wurde Rabbi Baruch ebenfalls traurig und er sagte: „So spricht Gott auch: ‚Ich verberge mich, aber keiner will mich suchen.`“

Jesus wird in der Nacht in einem Stall auf einem Feld sichtbar werden oder sollte ich eher unsichtbar sagen? Ein paar Hirten werden ihn sehen, sonst niemand. Später kommen die, die ihn suchen. Am 21. Dezember wird die längste Nacht sein in diesem Jahr. Der Advent greift diese Dunkelheit auf und möchte uns schulen, das Licht Gottes nicht zu übersehen. 

Wer mag, kann den Matthäustext, Kapitel 7, Vers 7, als Begleiter für die erste Adventswoche mitnehmen: „Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan. Denn wer bittet, der empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.“

Förderverein errichtete Gedenkstein für die Clemens-Schwestern auf dem Uedemer Friedhof

Mehr als 150 Jahre haben die Barmherzigen Schwestern (im Volksmund nach dem Ordensgründer, dem späteren Kölner Erzbischof Clemens August Droste zu Vischering, stets als Clemens-Schwestern bezeichnet) in Uedem in der Kranken- und Altenpflege segensreich gewirkt. Viele der in dieser Zeit aktiven Schwestern sind auf einem Grabfeld des Uedemer Friedhofs beerdigt, was aber nur für „Eingeweihte“ noch erkennbar war, weil sich an dieser Stelle nur noch eine Grasfläche ohne Grabmale oder sonstige Erkennungsmerkmale befand.

Der Vorstand des Fördervereins St. Franziskus Uedem hat nun zu Ehren der Schwestern und zur Erinnerung an sie ein Wegkreuz mit besonderer Historie sowie einen Gedenkstein in Form einer Stele errichten lassen. Das Wegkreuz stand zuletzt im Garten des verstorbenen Pastors  Geurtz. Der Gedenkstein wurde angefertigt von der Firma van Huet & Weber aus Sonsbeck. Die Maßnahme wurde durch Mittel der Stiftung der Volksbank an der Niers für Heimatforschung und Heimatpflege unterstützt.

Am Samstag, den 23. Juni 2018 wurden Kreuz und Gedenkstein in einer kurzen Zeremonie und in Anwesenheit einiger Clemens-Schwestern durch Pastor Berthold Engels auf dem Friedhof Uedemein geweiht.

Steele und Kreuz zum Gedenken an das Wirken der Clemens-Schwestern in Uedem

Die Bedeutung der Clemens-Schwestern in der Uedemer Historie kann nur schwer hinreichend gewürdigt werden. Bereits im Jahr 1858 wurde die Niederlassung der Barmherzigen Schwestern in Uedem gegründet. Den Schwestern wurde in diesem Jahr die Leitung des neu gegründeten Uedemer Krankenhauses übertragen. 1910 wurde in direkter Nachbarschaft zum Krankenhaus eine „Kleinkinderverwahrschule“ (heute würde man sagen: Kindergarten) eröffnet, die ebenfalls von den Clemens-Schwestern geleitet wurde. 1920 übernahmen sie auch noch die Handarbeitsschule, in der bis zu 65 Schülerinnen unterrichtet wurden, ehe diese 1938 durch die NSDAP geschlossen wurde.

Nachdem im zweiten Weltkrieg Uedem und damit auch Krankenhaus und Kindergarten nahezu vollständig zerstört worden waren, kehrten noch im Jahre 1945 die Schwestern wieder nach Uedem zurück und eröffneten erneut ein Krankenhaus im Südflügel des Klosters der Heimsuchung. Bereits 1949 wurde zusätzlich ein Seniorenheim eingerichtet. Nach verschiedenen Neu- und Umbauten in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Uedemer Krankenhaus im Jahr 1975 auf Beschluss der Krankenhaus-Zielplankonferenz geschlossen.Nachfolgend wurde es zu einem Alten- und Pflegeheim umgebaut. 1997 übernahm die Caritas die wirtschaftliche Verantwortung für das Uedemer Altenheim. Die fachliche Leitung blieb aber bei den Clemens-Schwestern.

2008 feierten die Clemens-Schwestern ihr 150 jähriges Jubiläum in Uedem mit einem großen Umzug. Noch bis 2011 wirkten sie in Uedem, bevor sie sich schließlich aus Mangel an Nachwuchs zurückziehen mussten.

Text: Dr. Burkhard Scherf

Der Fromme von morgen …

„Der Fromme von morgen wird ein ‚Mystiker‘ sein, einer, der etwas ‚erfahren‘ hat, oder er wird nicht mehr sein, weil die Frömmigkeit von morgen nicht mehr durch die im voraus zu einer personalen Erfahrung und Entscheidung einstimmige, selbstverständliche öffentliche Überzeugung und religiöse Sitte aller mitgetragen wird, die bisher übliche religiöse Erziehung also nur noch eine sehr sekundäre Dressur für das religiöse Institutionelle sein kann. Die Mystagogie muß von der angenommenen Erfahrung der Verwiesenheit des Menschen auf Gott hin das richtige ‚Gottesbild‘ vermitteln, die Erfahrung, daß des Menschen Grund der Abgrund ist: daß Gott wesentlich der Unbegreifliche ist; daß seine Unbegreiflichkeit wächst und nicht abnimmt, je richtiger Gott verstanden wird, je näher uns seine ihn selbst mitteilende Liebe kommt.“

Das schreibt Karl Rahner schon 1971. Wer das Zitat noch nicht ganz verstanden hat, der kann es auch aufdröseln. Christ wird nur noch der sein, der etwas erfahren hat, weil eine einstimmige, selbstverständliche und öffentliche Überzeugung aller (Stichwort Volkskirche) nicht mehr gegeben ist. Die religiöse Erziehung ist heute zu einer Art Dressur verkümmert, wie man sich in der Kirche oder zu bestimmten Anlässen äußerlich benimmt (das meint Rahner mit der Dressur für das religiös Institutionelle). Rahner geht es um die Erfahrung Gottes, was mehr ist als Benimmregeln oder religiöses Brauchtum. Denn das hat für Rahner keine Zukunft. Welcher Gott soll denn verkündet und noch besser erfahren werden? Welches „Gottesbild“? Hier sagt Rahner am Ende des Zitats: Gott ist wesentlich der Unbegreifliche. Und Gottes Unbegreiflichkeit, Unerklärlichkeit, Unverständlichkeit wächst auch noch, je näher seine Liebe zu uns kommt. Gott ist wesentlich Geheimnis. Wer das nicht erfährt, so Karl Rahner, wird kein Christ bleiben. Oder noch einmal im Originalton:„Der Fromme von morgen wird ein ‚Mystiker‘ sein, einer, der etwas ‚erfahren‘ hat, oder er wird nicht mehr sein …“

Aschermittwoch und das Aschenkreuz

Das Aschenkreuz steht am Anfang der 40 Tage, die zum Osterfest führen. Am Beginn dieses Weges sehen wir der Realität unseres Lebens ins Auge und diese Realität zeigt uns unsere Grenzen auf. Die Lebenszeit vergeht oder wie es im Psalm heisst, der Mensch ist wie eine Blume, sie blüht und verwelkt und der Ort, wo sie stand, weiß von ihr nichts mehr. Traurige Wahrheit, schmeckt bitter und ist dennoch wahr. Dafür steht die Asche. Sie ist das Zeichen der Vergänglichkeit. Erst wenn wir bestimmte Dinge annehmen, werden wir auch in der Lage sein, sie zu verändern. Was ich angenommen habe, kann ich auch ändern. Was ich ignoriere oder verdränge, kann ich kaum ändern. Ich schiebe es ja weg oder sehe erst gar nicht hin. Es ist aber deswegen nicht verschwunden. Mit dem Aschenkreuz stelle ich mich meinem Menschsein, aber nicht in einem Akt der Verzweiflung oder der Ausweglosigkeit, sondern in einem ersten Schritt auf das Fest des Lebens zu. Ostern ist das Ziel und Ostern heisst Leben. Wenn ich all das Tote in mir dem lebendigen Gott hinhalte, wenn ich meine Fehler sehe und dazu stehe, wenn ich schwach sein darf und an meine Grenzen komme, dann wird an mir das Kreuz sichtbar, das Jesus auch trug, um es zum Siegeszeichen zu machen. Das ist paradox. Das Kreuz ist ein hässliches Zeichen, aber Jesus hat es getragen und überwunden. Wenn wir heute eingeladen sind, das Aschenkreuz auf unserer Stirn zu tragen, dann deswegen, um wieder lebendiger zu werden. Gott will nicht den Tod des Menschen, sondern dass er umkehrt und lebt. Damit beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch. Lassen wir uns heute damit segnen, um immer näher zum Osterfest zu kommen.