Karsamstag

Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag. Aber was ist mit dem Karsamstag? Ist an diesem Tag auch etwas geschehen? Im Glaubensbekenntnis heißt es: „Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes.“

Jesus ist heute hinabgestiegen zu den Toten, hinab, immer weiter hinab.

Es gibt die Bewegung Gottes zu uns, die wie ein Abstieg gedeutet wird.

Sie beginnt mit der Menschwerdung und erreicht den tiefsten Punkt am heutigen Karsamstag. Jesus ist für uns durch die Hölle gegangen. Vielleicht wird gerade durch den eher unbekannten Karsamstag klar, was der Tod Jesu am Tag zuvor bedeutet. Das Leben, das der Herr selber ist, der kommende Aufstieg aus dem Grab hinauf, die Erlösung, das alles wird greifbarer durch das Bild der Höllenfahrt.

Auf ostkirchlichen Ikonen sieht man die zerbrochenen Ketten und aufgesperrten Tore der Unterwelt und den Herrn an der Spitze der befreiten Menschen vorangehen. Das Leben erreicht die Toten und lässt sich nicht mehr aufhalten. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Morgen am Ostertag steigt Christus auf und diese Bewegung vollendet sich nach Pfingsten am Tag der Himmelfahrt.

Wir gehören nicht dem Reich des Todes, sondern sind Kinder des Vaters im Himmel.