Gründonnerstag

Heute ist Gründonnerstag. Jesus hält Mahl mit seinen Jüngern und sagt: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Das wird den Jüngern erst später wieder eingefallen sein, was Jesus überhaupt damit gemeint hat. Die Abwesenheit Gottes (Karfreitag) wird gefüllt mit der Anwesenheit Gottes (Gründonnerstag). In der Mahlgemeinschaft in Brot und Wein wird der Herr gegenwärtig. Es ist auch schon der österliche Herr. Wenn in der Eucharistie gesagt wird: „Geheimnis des Glaubens!“ antworten alle: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Ewigkeit!“

Alle drei Tage gehören natürlich zusammen. Was bedeutet der Gründonnerstag ohne den Karfreitag und ohne Ostern? Wie erträgt man den Karfreitag ohne den Gründonnerstag? Und Ostern hinge in der Luft ohne den Karfreitag und Gründonnerstag. Tut dies zu meinem Gedächtnis ist mehr als ein Gedenken. Ohne die Feier der Eucharistie, die aus dem heutigen Tag hervorgeht, wären wir ohne jeglichen Raum und Zeit, dem österlichen Herrn zu begegnen.

Gedächtnis heißt Vergegenwärtigung, lebendige Erinnerung, denn wo zwei oder drei sich in Seinem Namen versammeln, da ist der Herr ich mitten unter uns. Ohne dem Herrn so nahe sein zu können, ist eine schmerzliche Erfahrung in diesen Tagen. Ihr Berthold Engels