Ostergruß von Pfarrer Berthold Engels und Pater Varghese

Liebe Gemeinde,

wer sein Leben retten will, der wird es verlieren, sagt Jesus im Evangelium. Wir verstehen den Sinn so, dass der Mensch, dem es nur um seine eigene Haut geht, am Ende alleine dasteht. Er mag zwar alles erreicht haben, ein Siegertyp geworden sein und oben stehen, aber was wird es ihm nützen? Wer allein sich selbst leben will, der muss oft genug über Leichen gehen. Nach oben buckeln und nach unten treten. Das Streben nach absoluter Macht ist oft verbunden mit Lüge, Diebstahl, Unterdrückung und Verrat.

Im Umfeld von Jesus mit Petrus, Judas, Herodes, Pilatus und der Tempelaristrokratie können wir das alles miterleben – wer rettet seine eigene Haut, wer setzt sich durch, wer täuscht wen und wer gewinnt schließlich? Jesus nicht. Er stirbt. Er stirbt mit allen, die in dieser Welt genauso unter die Räder kommen.

In Uedem erinnern fast 30 Stolpersteine an die ermordeten Juden und andere ermordete Bürger aus der Zeit des Nationalsozialismus. Wenn man an alle erinnern wollte, die erniedrigt, ermordet und entmenschlicht wurden, könnte man alle Straßen und Wege von Uedem, Keppeln und Uedemerbruch damit doppelt und dreifach pflastern.

Wer nur sich selbst sieht, bleibt für sich selbst, er steht am Ende ohne Gott da. Wäre Jesus ohne Gott gewesen, wäre er im Grab geblieben. Ostern ist das Fest der Verlierer. Aber Gott steht auf der Seite der Verlierer und macht sie so zu Gewinnern. Wer aber Gott gewonnen hat, der hat alles gewonnen.

Wir wünschen Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest.

Ihr Pastor Berthold Engels und Pater Vargehse