Advent 2018

Wer am kommenden Sonntag in die Kirche geht, erlebt den Advent, der einen ganz anderen Charakter hat als man es vielleicht erwartet. Die liturgische Farbe ist violett so wie in der Fastenzeit vor Ostern. Das Evangelium zum 1. Advent ist Lukas, Kapitel 21, das Ende der Welt, wenn Christus wiederkommt.

Alles in allem ist der Advent eine Zeit der Umkehr und der Ausrichtung auf Christus, der mir entgegengeht. Kann Christus bei mir ankommen? Bin ich innerlich wach und aufmerksam? Suche ich Gott überall?      

Es gibt eine passende Geschichte dazu. Rabbi Baruchs Enkel, er hieß Jechiel, spielte einst mit einem anderen Jungen Verstecken. Er versteckte sich gut und wartete, dass der andere ihn suchte. Als er lange gewartet hatte, kam er aus seinem Versteck; aber der andere Junge war nirgends zu sehen.  Nun merkte Jechiel, dass er ihn von Anfang an nicht gesucht hatte. Darüber musste er weinen und kam weinend in die Stube seines Großvaters gelaufen. Er beklagte sich über den Spielkameraden. Da wurde Rabbi Baruch ebenfalls traurig und er sagte: „So spricht Gott auch: ‚Ich verberge mich, aber keiner will mich suchen.`“

Jesus wird in der Nacht in einem Stall auf einem Feld sichtbar werden oder sollte ich eher unsichtbar sagen? Ein paar Hirten werden ihn sehen, sonst niemand. Später kommen die, die ihn suchen. Am 21. Dezember wird die längste Nacht sein in diesem Jahr. Der Advent greift diese Dunkelheit auf und möchte uns schulen, das Licht Gottes nicht zu übersehen. 

Wer mag, kann den Matthäustext, Kapitel 7, Vers 7, als Begleiter für die erste Adventswoche mitnehmen: „Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan. Denn wer bittet, der empfängt; und wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan.“