Kategorie-Archiv: Aktuelles

Tagesimpuls, Freitag, 13. März 2015

Der Wolf von Gubbio

Zur Zeit weilte der heilige Franziskus in der Gegend von Gubbio. Gerade zu dieser Zeit lebte in den Wäldern rundherum ein ziemlich großer und schrecklicher Wolf. Er verschlang nicht nur andere Tiere, sondern griff sogar Menschen an. Jeder Mensch trug eine Waffe bei sich, wenn er die Stadt verließ. Aus Angst vor diesem Tier kam es sogar so weit, dass es keiner mehr wagte die Stadt zu verlassen. Dies kam auch Franziskus zu Ohren. Er beschloss in den Wald zu ziehen und dem Wolf entgegenzutreten. Die Bürger von Gubbio rieten ihm von seinem Vorhaben ab. Da aber Franziskus Mitleid mit den Menschen hatte, wollte er sein Vorhaben durchsetzen. Eines Tages bezeichnete er sich mit dem heiligen Kreuz und verließ mit seinen Gefährten die Stadt. Auf Gott vertrauend, zog er in die Gegend hin, in der sich der Wolf befand. Viele Bürger gingen auch in die Wälder um Franziskus bei dem Zusammentreffen mit dem Wolf zu beobachten. Plötzlich rannte der Wolf mit geöffnetem Rachen dem Heiligen entgegen. Franziskus zeigte aber keine Angst. Er bekreuzigte das Tier und riet ihm näher zu kommen. Auf einmal schloss der furchtbare Wolf den Rachen, verlangsamte seinen Lauf und legte sich wie ein Lamm vor Franziskus Füßen. Franziskus sprach zum Wolf: “ Bruder Wolf, du hast großen Schaden in dieser Gegend angerichtet. Du hast nicht nur Tiere getötet, sondern hast auch Menschen versucht zu morden und zu zerreißen. Darum bist du ein Mörder und es gebührt dir der Galgen. Ich will aber versuchen zwischen den Menschen und dir Frieden zu stiften, wenn du mir versprichst auch die Menschen nicht mehr zu kränken.“ Nach diesen Worten zeigte der Wolf, dass er die Worte des Heiligen verstanden hatte und es auch befolgen wolle. Franziskus sprach noch einmal zum Wolf: „Bruder Wolf, da du auch den Frieden willst, mache ich dir nun folgenden Vorschlag. Die Menschen werden dir bis zu deinem Lebensende zu fressen geben. Du musst keinen Hunger mehr leiden. Dafür musst du mir aber versprechen nie mehr wieder einem Menschen, noch einem anderen lebenden Wesen, etwas zuleide zu tun.“ Der Wolf neigte den Kopf und zeigte so sein Einwilligen. Als der heilige Franziskus das Versprechen bekräftigen wollte, streckte er seine Hand aus. Auf einmal legte der Wolf seine Pfote in die Hand des Heiligen und ging mit ihm in die Stadt um den Frieden zu besiegeln. Die Menschen, die das sahen, waren sehr verwundert und die Kunde darüber verbreitete sich ganz schnell in der Stadt. Danach lebte der Wolf noch zwei Jahre in der Stadt Gubbio. Ganz zutraulich wandelte er durch die Straßen, ohne jemanden etwas zu tun. Die Menschen versorgten den Wolf. Nach zwei Jahren starb der Wolf an Altersschwäche. Die Bevölkerung war traurig. Denn wenn der Wolf so durch die Straßen wandelte, erinnerten sich die Menschen an die Tugend und Heiligkeit des Franziskus und sie lobten Gott.

Tagesimpuls, Donnerstag, 12. März 2015

Vier Weisen auf Gott zu reagieren

In der jüdischen Überlieferung gibt es eine schöne Geschichte, die erzählt, dass den damals vier großen Rabbinern die Gnade zuteil wurde für einen ganz kurzen Augenblick Gott schauen zu dürfen. Allerdings zeitigte diese Erfahrung bei jedem der vier ganz unterschiedliche Folgen. Der erste legte sich ins Bett, verweigerte Essen und Trinken und starb wenig später. Der zweite versank in den Wahn und kehrte nie mehr ins Alltagsleben zurück. Der dritte warf den Glauben von sich und stürzte sich in das Vergnügen. Der vierte aber, Rabbi Akiba, sagte: Es stimmt, im Vergleich zu Gottes Größe sind wir weniger als ein Staubkorn. An Seinem Leben gemessen sind wir wie Tote. Toren gemessen an Seiner Weisheit. Dennoch hält Er Seine Hand über uns und schenkt uns das Leben. Wir können Ihn preisen und Seinen Namen groß machen. Und er fing an, von Gott zu sprechen.

Tagesimpuls, Dienstag, 10. März 2015

Die tiefste Tröstung durch das Ostergeheimnis liegt darin, daß die Hoffnungslosigkeit, auch wenn sie noch so überwältigend erfahren wird, nicht das letzte Wort hat. Das Unglaubliche wird wahr, daß nämlich Glaube, Hoffnung und Liebe im Geist des auferstandenen Herrn nicht besiegt werden können. Ein Glaube, der den Tod nicht zu fürchten braucht, kann Vertrauen über Vertrauen schenken. Und eine Liebe, die sich nicht vor dem Weggeben scheut, erscheint zwar damals und heute als „unzumutbar“ oder gar „töricht“, hat aber eine alles verwandelnde Macht. Die letzte Tiefe einer solchen „Umkehr“ aus der Verlorenheit zum Heil wird an Jesus selbst offenkundig: Aus dem Verworfenen ist der Angenommene, aus dem Erniedrigten der Erhöhte, aus dem Toten der Lebende, aus dem Vergangenen der Kommende, aus dem Abwesenden der bleibend Gegenwärtige geworden. Nur so kann Hass in Liebe, Lüge in Wahrheit und Herzenshärte in Barmherzigkeit verwandelt werden.

Karl Kardinal Lehmann, 1998

Tagesimpuls, Montag, 9. März 2015

Die permanente Erreichbarkeit und ein breites Angebot an Freizeitaktivitäten führen dazu, dass Stunden der Musse, Langeweile oder gar Leere rarer werden.

Daniela Kuhn, NZZ 7. Juli 2014

Noch nie wurde so viel Zeit gespart wie heute. In keiner anderen Epoche waren die Transportmittel schneller, wurden Waren in kürzerer Zeit produziert und war es möglich, Informationen in Echtzeit zu übermitteln. Paradoxerweise leben heute aber viele Menschen mit dem Gefühl, immer weniger Zeit zu haben. Die dank Technik gesparte Zeit scheint wie Sand zwischen den Fingern zu verrinnen. Das entsprechende, weitverbreitete Lamento ist relativ neu, denn das Leben der werktätigen Bevölkerung bestand in unseren Breitengraden während Jahrhunderten aus Arbeit. Am Sonntag ging man in die Kirche, es blieben ein paar freie Nachmittagsstunden. Erst der zunehmende Wohlstand, die Arbeitsteilung und der technische Fortschritt ermöglichten nach dem Zweiten Weltkrieg das, was wir heute Freizeit nennen. Während eines halben Jahrhunderts gestaltete sie sich eher beschaulich: Wer es sich leisten konnte, nahm Reitstunden, besuchte einen Sprachkurs, zog aus in die Berge oder tauchte in einen Roman ein. Am Arbeitsplatz wurden längere Pausen gewährt, der arbeitende Mann ging zum Mittagessen nach Hause.

Neue Wirtschaftsräume

Spätestens seit Beginn des 21. Jahrhunderts hat ein Wandel stattgefunden: In vielen Berufen haben die Anforderungen zugenommen. Die Aufgaben sind komplexer geworden, das Tempo höher, längst sind Überstunden an der Tagesordnung. In der Stadt Zürich, dies ist einer Studie zu entnehmen, fühlt sich jeder zehnte Lehrer akut gefährdet, ein Burnout zu erleiden. Aber auch in anderen Berufen ertönen zunehmend Klagen über Überbelastung und Arbeitspensen, die weit in die Freizeit reichen. Kurzum, der freien Zeit geht es an den Kragen. Und zwar gleich doppelt: Sie wird nicht nur verkürzt, sie verändert sich auch qualitativ, zumal die klare Trennlinie zwischen Arbeitswelt und Privatleben spätestens seit dem Aufkommen des Smartphones der Vergangenheit angehört. Den Luxus, über einige Stunden oder gar Tage offline zu sein, können sich nur wenige Menschen leisten – die Hektik ist in der Freizeit angekommen. Ein Umstand, den sich eine ganze Industrie zunutze macht, indem sie Angebote schafft, die der inneren Unruhe entsprechen und den Drang nach permanenter Unterhaltung befriedigen. So sausen auf der Rodelbahn kreischende Menschen zu Tal, Seilparks locken «junge Abenteurer und Junggebliebene auf der Suche nach dem besonderen Nervenkitzel», und manche Eltern hintersinnen sich, was sie ihren Kindern in der Freizeit an möglichst ausgefallenen Unternehmungen bieten könnten. Auf einer einzigen Webseite findet sich eine Agenda mit über 4000 verschiedenen Freizeitaktivitäten, sortiert nach Preisen und Regionen. Und es boomt nicht nur das Geschäft mit der Aktivität, marketingmässig entdeckt wurde längst auch die Sehnsucht nach Ruhe. Der Yogakurs in der Südtürkei, drei Tage im Wellnesshotel oder eine Meditationswoche im Kloster verheissen inneren Ausgleich und Wohlbefinden. Sie werden zwar von Menschen gewählt, die nicht unter dem «horror vacui», der Angst vor der Leere, leiden und die es sozusagen wagen, sich mit sich selber zu beschäftigen. Der deutsche Soziologe Hartmut Rosa weist in seinem in der Zeitschrift «Psyche» erschienenen Beitrag zum Thema «Beschleunigung und Depression» allerdings darauf hin, dass diese bewusst geschaffenen «Entschleunigungsinseln» letztlich dem Zweck dienen, «das Berufs-, Beziehungs- und Alltagsleben danach umso erfolgreicher, das heisst, schneller zu bewältigen». So betrachtet, scheint es aus dem Hamsterrad kein Entkommen zu geben. In gehobeneren sozialen Schichten sind sogar auch Kinder und Jugendliche davon nicht ausgenommen (siehe Interview). Doch das Gehirn braucht immer wieder Phasen des Nichtstuns. «Langeweile und ein gewisser Leerlauf sind für unsere geistige und seelische Stabilität und Gesundheit unabdingbar», sagt Matthias Mettner. Der Sozialwissenschafter, Gerontologe und Dozent für interdisziplinäre Weiterbildungen organisierte in Zürich im vergangenen Jahr eine Tagung, an der über die Beschleunigungsgesellschaft aus philosophischer, soziologischer und medizinischer Perspektive diskutiert wurde. «Das Gefühl des Gehetztseins, das viele Menschen geradezu als Dauerzustand erleben, bedeutet die Unfähigkeit zur Musse», meint Mettner. Eine Unfähigkeit, deren Tragweite unterschätzt werde: «Das Nichtstun, der Müssiggang gilt als unproduktiv und als Verschwendung der Lebenszeit. Das ist ein grosser Irrtum.» Denn gerade Langeweile und passive Momente seien «die Voraussetzung für Einfallsreichtum und Kreativität, für wirkliche Produktivität, für Interesse und Lebensintensität». Für mehr Räume der Kontemplation plädiert auch Georg Bauer vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich: «Gerade angesichts der Arbeitswelt, deren Anforderungen gestiegen sind, wird die Qualität der Freizeit noch wichtiger. Doch es fehlt oft an Freiraum, um mental und emotional zu entspannen.» In der Forschung wird Stress als fehlendes Gleichgewicht zwischen psychosozialen Belastungen und zur Verfügung stehenden Ressourcen definiert, wobei die Anforderungen von aussen kommen. Bauer spricht daher nicht von Freizeitstress, sondern Freizeithektik. Tendenziell nehme sie zu, meint der Präventivmediziner: «Zum einen haben wir zu viele Optionen, zum anderen nehmen wir uns zu viel vor. Die ständige Erreichbarkeit macht es noch schwieriger.» Georg Bauers Rat ist ganz einfach: «Intensive Bewegung beruhigt den Geist, etwa Spazieren oder Joggen im Wald. Sich selber als Teil der Natur und von deren Jahreszeiten zu erleben, hat ebenfalls einen positiven Effekt.»

Eigensinnige Vorbilder

Gut belegt in der Forschung sei auch die unmittelbar entspannende Wirkung beim Hören von Musik. «Oder ganz altmodisch», meint Bauer lachend: «Ein gutes Gespräch, das im Dialog Distanz schafft zum eigenen Leben, hilft uns am meisten.» Mail- oder SMS-Kontakte sind damit aber nicht gemeint: «Sie sind Reize, kein Dialog.» Ein Fragezeichen betreffend die Freiwilligkeit der Freizeitaktivitäten macht er lediglich beim Umgang mit sozialen Netzwerken, da die externe Beobachtung einen Erwartungsdruck erzeugen könne: «Ich könnte mir vorstellen, dass zu wenig Beteiligung sanktioniert werden könnte.» Diese Art von sozialer Kontrolle betrifft wohl vor allem Jugendliche. Doch auch Erwachsene müssten laut Bauer bewusster und vermehrt zu ihren Grenzen stehen und diese auch bei der Arbeit «gegen oben» vertreten. «Obwohl heute einige Unternehmen freiwillig psychosoziale Belastungen und Ressourcen bei der Gesamtbelegschaft messen, liegt die Verantwortung für diese Themen immer noch stark beim Individuum», sagt Bauer. Es brauche daher neue Formen von Empowerment: «Die Multioptionsgesellschaft müsste gelungene Formen von Selbstmanagement und entschleunigter Lebensführung thematisieren. Etwa indem sie selbstbewusste oder gar eigensinnige Menschen als Vorbilder zeigen würde, die für sich eine individuelle Lebensform gewählt haben, im Sinne von: mehr Selbstbestimmung statt Selbstinszenierung.» Ein solcher Wertewandel ist indes noch in weiter Ferne.

Tagesimpuls, Freitag, 6. März 2015

Der Einsiedler

Es lebte einmal ein Einsiedler in der ägyptischen Wüste und wurde so von Versuchungen gequält, dass er nicht mehr lange aushalten konnte als Einsiedler zu leben. Er beschloss also seine kleine Hütte zu verlassen und an einen anderen Ort zu gehen. Als er sich seine Sandalen anzog, um wegzugehen, sah er nicht weit entfernt einen anderen Mönch, der sich ebenfalls seine Sandalen anzog. „Wer bist du?“, fragte er den Fremden. „Ich bin dein eigenes Ich.“, lautete die Antwort, „solltest du etwa meinetwegen diesen Ort verlassen, dann musst du wissen, wohin auch immer du gehst, ich stets mitgehen werde.“

Tagesimpuls, Mittwoch, 4. März 2015

Der Franziskaner Eligius Leclerc beschreibt in seinem Buch über das Leben des hl. Franziskus, daß der Heilige mit Bruder Leo unterwegs war und daß sie, als sie einen Bach überquerten und die Klarheit des Wassers bewunderten, angeregt von der Klarheit des Wassers an die Reinheit des Herzens dachten. Franziskus bemerkte, daß Bruder Leo traurig geworden war. Er sprach ihn an: »Du grübelst, scheint mir.« »Ja, wenn uns ein bißchen von dieser Reinheit vergönnt wäre, dann hätten auch wir die närrische, überbordende Freude unserer Schwester Quelle und die unwiderstehliche Kraft ihres Wassers.« Ein abgründiges Heimweh schwang in Leos Worten. Er starrte melancholisch auf den Bach – ein Bild der Reinheit, die sich dem Menschen für immer versagt. »Komm«, sagte Franziskus und zog ihn mit sich. Die beiden machten sich wieder auf den Weg. Sie schwiegen eine Weile, dann fragte Franziskus: »Weißt du, Bruder, was ein reines Herz ist?« »Wenn man sich nichts vorzuwerfen hat«, antwortete Leo, ohne lange zu überlegen. »Dann verstehe ich, daß du traurig bist, irgend etwas hat man sich immer vorzuwerfen.« »Eben, und deshalb habe ich die Hoffnung auf ein reines Herz aufgegeben.« »Ach, Bruder Leo, kümmere dich nicht so sehr um die Reinheit des Herzens! Sieh auf Gott! Bewundere ihn! Freu dich, daß es ihn gibt, ihn, den ganz und gar Heiligen! Danke ihm um seiner selbst willen. Eben das, mein kleiner Bruder, heißt ein reines Herz haben. Und wenn du dich so Gott zugewandt hast, wende dich vor allem nie auf dich selbst zurück! Frag dich nicht, wie du mit Gott stehst! Die Trauer darüber, daß man nicht vollkommen ist und daß man den Sünder in sich entdeckt, ist ein noch menschliches, ein allzu menschliches Gefühl. Du mußt den Blick höher, viel höher heben. Es gibt Gott, es gibt die Unendlichkeit Gottes und seine unwandelbare Herrlichkeit. Ein Herz ist rein, wenn es nicht abläßt, den lebendigen und wahren Herrn anzubeten. Es nimmt tiefen Anteil an Gottes Leben und ist so stark, daß es sich noch in all seinem Elend von der ewigen Unschuld und der ewigen Freude Gottes anrühren läßt. Ein solches Herz ist zugleich leer und übervoll. Daß Gott Gott ist, genügt ihm. Aus dieser Gewißheit schöpft es all seinen Frieden und all seine Freude. Und die Heiligkeit eines Herzens, auch die ist dann nichts anderes als Gott.« »Aber Gott verlangt, daß wir uns bemühen und ihm treu bleiben«, wandte Bruder Leo ein. »Gewiß, aber die Heiligkeit besteht nicht darin, daß man sich selbst verwirklicht, und besteht nicht in der Erfüllung, die man sich selbst verschafft. Heiligkeit ist zuerst einmal Leere, die man in sich vorfindet, die man akzeptiert und die Gott in eben dem Maße ausfüllt, in dem man sich seiner Fülle öffnet.«

Tagesimpuls, Dienstag, 3. März 2015

Die drei Siebe

Zu Sokrates kam jemand gelaufen und sagte: „Du, Sokrates, das muss ich dir erzählen!“ „Stop!“, unterbrach der ihn, „hast du das, was du mir unbedingt erzählen willst, durch die drei Siebe rinnen lassen?“ „Welche drei Siebe?“, fragte der andere verwundert. „Nun, das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du geprüft, ob es wahr ist?“ „Nein, aber ich hörte es erzählen und da habe ich …“ „Nun, wie ist es mit dem zweiten Sieb? Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst, gut?“ „Na ja, ich kann nicht sagen, dass es gut ist, aber …“ „Dann lass es. Wenden wir noch das letzte Sieb an. Ist es notwendig, dass du mir das erzählst?“ „Notwendig nun gerade nicht, aber ich dachte mir …“ „Also“, sagte Sokrates, „wenn es weder wahr, noch gut, noch notwendig ist, was du mir erzählen willst, lass es und belaste weder dich noch mich damit.“