Alle Beiträge von Berthold Engels

Kirche – Kirchweih – Kirmes

Mitten in unseren drei Orten steht eine Kirche, schwer zu übersehen. Große Räume, die offen stehen und meist leer sind. Sie sind auch leer, weil es keine Orte der Produktion sind, dort findet man keine Maschinen, Büroräume oder Werkstätten. Sie sind leer, weil sie auf  die Menschen warten, die in der Kraft des Geistes Leben hineinbringen. Außerdem kann man Gott gut finden, wenn man in einem großen Raum einfach der Stille lauscht. Solche Kirchen sind schon ein Luxus. Luxus bedeutet wörtlich: überflüssig. Sollten sie wirklich überflüssig werden, verschwinden die öffentlichen, geweihten oder reservierten Räume für Gottes Gegenwart. In der Schrift heißt es: Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? (1. Korintherbrief, 3, 16) Der Mensch ist ein Tempel Gottes, daran erinnert jede Kirche, die im Dorf steht. Du bist der Ort, wo Gott wohnt, sein Geist weht und die Welt erfüllt. Wenn ich eine Kirche sehe oder betrete, soll ich mich erinnern lassen, was wirklich eine Kirche ausmacht. Der Ort des Heiligen steht mitten in unseren Orten und sagt: Bist Du nicht auch eine kleine Kirche? In der Taufe geweiht und in der Feier jeder Messe kommt immer wieder Christus zu Dir und in Dich hinein. Daran erinnern die Kirchen aus Stein: Die lebendigen Steine sind die Menschen selbst. Völl Glöcks met de Kermes.

 

Gottes Geist für uns – Pfingsten

Pfingsten – pentecoste hemera – heißt nichts anderes in der griechischen Sprache als: 50 Tage. 50 Tage nach Ostern. Hinter Pfingsten steht die Frage: Wie bleibt der auferstandene Christus bei uns? Er kann ja nicht dauerhaft den Jüngern erscheinen. Wann traut Jesus ihnen zu, selbstbewusst und eigenverantwortlich zu leben, seine Worte und Taten zu verkünden und Verantwortung zu übernehmen? Am Pfingsttag.
Jesus musste gehen, damit die Jünger ihr verschlossenes Haus verlassen. Er lässt sie ja nicht allein, sondern gibt ihnen seinen langen Atem. Der Geist ist die Kraft des Auferstandenen. Wie passt der Geist mit unserem Leben eigentlich zusammen? Ignatius von Loyola sagt es so: „Dies sei die erste Regel für das, was zu tun ist: Vertraue so auf Gott, als hinge der gesamte Erfolg der Dinge von dir, nichts von Gott ab; wende ihnen alle Mühe so zu, als werdest du nichts, Gott allein alles tun.“
Jesus geht, und vertraut damit den Jüngern, dass es gut wird. In diesem Geist konnte die Kirche werden.